Photoblog & How-To: HDR-Bilder!
Ein How-To für HDR-Photographie – einfach gehalten mit allen Infos zum Thema High Dynamic Range:
In diesem Blogpost geht es um ein Thema, das mich auf meinen Reisen immer begleitet hat: Photographie!
Speziell geht es um HDR-Bilder (“High Dynamic Range”), die unter Fotografen entweder geliebt oder gehasst werden – eine Grauzone gibt’s da anscheinend nicht.
Was sind HDR-Bilder?
HDR beschreibt eine Technik, bei der eine Serie von Bildern des gleichen Motivs zu einem Bild zusammengeführt werden. Die Einzelbilder sind dabei in unterschiedlichen Belichtungsstufen aufgenommen – vereinfacht gesprochen ist bei einem HDR aus 3 Bildern ein Bild normal, eines dunkler und eines heller. Diese haben unterschiedliche Informationen: Auf dem hellen Bild sieht man Details aus dunklen Bildbereichen (z.B. Wald) besser, während auf dem dunklen Bild helle Bereiche (z.B. der Himmel) kontrastreicher strukturiert ist. Somit ist ein HDR “Best of both Worlds” – Die Stärken jeder Belichtungsstufe werden in einem Bild kombiniert und heraus kommt das *Trommelwirbel* Superbild! So zumindest die Theorie
Kann meine Kamera das auch?
Viele Kameras haben die Funktion “Belichtungsreihe” bereits eingebaut, bei der mehrere Bilder in extrem kurzer Abfolge (das typische “Klack-Klack-Klack”
) automatisch geschossen werden. Wenn nicht, kann man die Belichtung selbst adjustieren und das gleiche Bild bei unterschiedlicher Belichtungsstufe schießen. Unabdingbar ist dabei natürlich ein Stativ oder improvisiert ein Felsen, Baum, etc…jedenfalls müssen alle Bilder exakt das gleiche Motiv zeigen und die Kamera dabei nicht bewegt werden.
Wie baue ich aus den Einzelbildern ein HDR?
Dazu braucht’s logischerweise ein Programm: Am Markt gibt es einiges an Free-/Shareware (z.B. Picturenaut oder FDRTools) und kostenpflichtiger Software (z.B. Photomatix Pro). Kurz gesagt jedoch: Eine eierlegende Wollmilchsau gibt’s nicht, meist ist die Bedienung relativ komplex oder das Foto-Ergebnis unterscheidet sich stark. Ebenso brauchen die Programme meist einiges an Rechenleistung. Nach Zusammenfügung der Bilder können dann eine Reihe von Parametern verändert werden, um das Endresultat grafisch zu gestalten. Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen – und viele übertreiben’s unbewusst mit Effekten.
Und warum wird das ganze so kontrovers gesehen?
Ganz einfach: Viele übertreiben es wie gesagt bei dem letzten Schritt und bombardieren ihre Bilder mit Effekten. Dadurch können die Bilder einen extrem künstlichen Touch bekommen, das Ergebnis wird komplett verfremdet. Wo Bildbearbeitung eigentlich dabei helfen sollte, das Ergebnis näher an das Motiv zu bringen, pervertieren dies viele und machen das Bild künstlich spektakulärer. Oftmals entstehen mystisch anmutende Landschaften, die wie aus einem Fantasyfilm aussehen oder gar wie ein Gemälde.
Wie mache ich ein möglichst interessantes HDR?
Naturgemäß macht ein HDR dort am meisten Sinn, wo ein Motiv mit einer möglichst hohen Bandbreite an Helligkeitsstufen oder Schattenwürfen aufweist. Bestes Beispiel ist eine dunkle Kirche: Entweder hat man das Innere sehr dunkel, sieht dafür aber die Malereien an den hell beleuchteten Fenstern – oder der Innenraum ist gut belichtet und dafür sind die Fenster lediglich ein greller Fleck. Ein HDR kann hier die beiden Extreme vereinen und die für jeden Bildbereich optimale Informationsdichte herausrechnen.
Conclusio:
Mit der HDR-Technik können atemberaubend schöne Bilder geschaffen werden, da natürliche Schwachstellen der Fotografie ausgeglichen werden können. Ebenso können richtig schicke surreale Bilder geschaffen werden, die fantasy-artige Landschaften mit ganz besonderer Stimmung schaffen. Jedoch muss man sich vorher entscheiden, was man erreichen will: Ein gutes HDR-Bild kann auf den ersten Blick wie ein normales Bild aussehen, jedoch die Mehrinformation aus den 3 Bildern perfekt nutzen. Andere Bilder sind überladen mit Farbeffekten – stimmungsvoll, aber für Fotografiepuristen ein Gräuel. Immernoch gilt aber – HDR ist kein Klärwerk; wenn Scheiße vorne als Input hereinkommt, kommt als Endresultat auch Scheiße heraus. Sprich: Schlechte Fotos werden durch HDR nicht zu guten Fotos.
Im Blog verteilt habt ihr sicher schon die Auswahl meiner eigenen HDR-Bilder aus 2 USA-Urlauben gesehen – diese geben ganz gut die Bandbreite wieder zwischen minimal und sehr stark editierten HDR-Bildern. Was denkt ihr über HDR? Welche Ausprägung gefällt euch?

















Hey Tore, vielen Dank! QTPFSGUI hatte ich auch mal probiert (Felix, hier noch die URL – geht auch unter Linux! http://qtpfsgui.sourceforge.net/), fand aber die Bedienung eher komplexer. Ist aber wohl mit das beste Free-Tool in dem Bereich! Viele Grüße, Hans
Hi Felix,
klasse beitrag, konnte einige nützliche infos finden. werde demnächst.
Du kannst dir auch mal dieses Programm ansehen: QTPFSGUI
–> Ist auch kostenlos.
Servus Felix,
hab mich mal schlau gemacht für dich. Würde dir HydraPro empfehlen, da gibt es eine Free Trial:
http://www.creaceed.com/hydra/
Lass mich wissen ob’s geholfen hat!
Cheers, Hans
super meister! danke für die tipps!
Sehr gerne! Freue mich schon auf deine ersten HDR-Photographien die ich mit meinem How-To-Guide befeuern konnte!
Vielen Dank euch allen für’s Feedback
@Felix: Thx, ich schau mal für dich nach!
Schöner Post Hans!
Kennst du auch ein paar Tools für OSX?
Muss sagen dass mir HDR nicht wirklich zusagt. Bin da eher so der S/W-Fan was Photographie angeht. Naja jedem das Seine…
Danke für den interessanten Post und die Hinweise die du gibst. Als blutiger Anfänger verschafft mir das schon mal einen ganz guten Überblick. Werde ich definitiv in Kürze selbst ausprobieren.
servus.
Der Markus